Thomas Penninger

Ich habe meinen Job gekündigt um Musiker zu werden

Servus! Thomas hier, ich bin österreichischer Singer/Songwriter. Heute, mit meinem ersten Blogpost, möchte ich euch die Geschichte erzählen, wie ich meinen Job gekündigt habe um Musiker zu werden. Zusätzlich möchte ich meine Meinung kundgeben um zu verdeutlichen, dass jeder ambitionierte und talentierte Musiker die Möglichkeit dazu hat.

Ich bin nun seit 01.08.2021 selbstständiger Musiker, habe jedoch seit Anfang des Jahres meine Musik-Dienstleistungen auf der bekannten Dienstleistungsplattform Fiverr angeboten.

Grundsätzlich habe ich das begonnen, weil ich vor allem mir selbst die viele Freizeit, die ich in die Musik gesteckt habe, irgendwo rechtfertigen wollte. Rechtfertigen in monetärer Hinsicht, sprich es muss mal Geld reinkommen.

Ich weiß, viele Künstler werden anderer Meinung sein. Musik macht man für die Liebe, man soll sich nicht verkaufen…
Ich persönlich halte relativ wenig von so einer Einstellung. Ich glaube sie ist einer der Gründe warum vor allem im deutschsprachigen Raum relativ wenige Künstler den Schritt in die hauptberufliche Selbstständigkeit wagen können. Zudem schürt diese Einstellung in gewisser Weise auch die Angst davor die eigenen Preise konkurrenzfähig zu machen.

Wie auch immer, ich habe mich also auf Fiverr angemeldet, ursprünglich weil ich gedacht habe, das wäre ja ein super Nebeneinkommen. Die Preise, die beispielsweise die erfolgreicheren Musiker für ihre Dienste verlangen auf dieser Plattform haben mich sehr beeindruckt. Und ich dachte mir, wenn ich nur ansatzweise auf dieses Niveau kommen kann, das wäre wirklich super. Für seine Leidenschaft kompensiert zu werden, was gibt es schöneres?

Also habe ich kurzerhand 2 gigs erstellt. Songs schreiben, Songs einsingen, meine 2 Kernkompetenzen. Noch am selben Tag habe ich 2 Bestellungen erhalten. Ich muss dazusagen, ich habe durch meine YouTube Erfahrung relativ gute Referenzvideos gehabt die ich auf meinem Profil einbetten konnte. Zudem waren meine Preise entsprechend niedrig. Natürlich, da ich noch keine einzige Bewertung vorzuweisen hatte.

Einer meiner ersten Aufträge war beispielsweise einen Song schreiben, aufnehmen, mixen, mastern, ein Video in der eisigen Winterkälte aufnehmen, dieses bearbeiten und wiederum mit der Musik synchronisieren. 15 $ war der Preis. Habe dann zwar ein Trinkgeld von 5 $ erhalten, aber Fiverr behält sich auch 20% ein, zudem ist der Euro um einiges mehr wert als der Dollar aktuell.

Das Beispiel ist jetzt nicht um mich zu beschweren, aber es zeigt was zu 99,9% nötig ist um sich am Anfang ein entsprechendes Portfolio aufzubauen. Gute Bewertungen vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und Kompetenz.

Ja, so ist es dann angelaufen, ich habe immer als mir die Arbeitslast zu viel wurde meine Preise erhöht und dadurch schon im Juni ca. mehr auf Fiverr verdient als in meinem Job. Ich hatte zwar “nur” einen Teilzeitjob mit 27 Stunden, aber er war meiner Meinung nach auf relativ gut bezahlt.

Schon vorher ist für mich aber eigentlich schon die Entscheidung gefallen, ok, den Job, den brauche ich nicht mehr. Die Analytics, die Auftragslage, meine ständig erhöhten Preise zeigten mir den Trend und ich wusste, das kann ich als Business einfach super leveragen, skalieren, das macht mehr Sinn.
So wurde das ganze dann auch spruchreif, im Juli, im letzten Monat meiner Anstellung verdiente ich sogar noch mehr und nun im August, tja, da kommt nochmals ein eigener Beitrag!

Jedenfalls, das ist im Grunde die Geschichte wie ich meinen Job gekündigt habe um Musiker zu werden. Ich habe also nicht einfach alles planlos hingeschmissen, sondern nebenbei ein Unternehmen aufgebaut. Wichtig ist mir persönlich auch ein angesparter Puffer. Sollte warum auch immer von einem auf den anderen Tag niemand mehr bereit sein mich zu buchen, bin ich über Monate gut abgesichert. Ich kann die Wichtigkeit nicht genug unterstreichen.

Ich habe eingangs erwähnt, dass ich überzeugt davon bin, dass die meisten talentierten Musiker die Möglichkeit zur Selbstständigkeit haben.

Wichtig ist ein Plan, eine Idee, Durchhaltevermögen und vor allem keine Scheu die Preise zu erhöhen. Musiker scheinen Angst davor zu haben ihre Preise konkurrenzfähig zu gestalten, weil sie denken, dass sie niemand mehr bucht. Wenn ich aber meiner Arbeit gut mache, ein entsprechendes Portfolio vorzuweisen habe (ohne dem geht es natürlich nicht), dann komme ich fast nicht drum rum die Preise zu erhöhen. Sonst geht man in den meisten Fällen unter in der Auftragslast.
Dazu wird auch nochmals ein eigener Beitrag kommen.

Das Internet ermöglicht, egal in welcher Hinsicht, vor allem aber für kreative Menschen den Zugang zu Aufträgen egal in welcher Größenordnung.
Darüber sind sich alle Experten, Techgurus, usw. einig. Plattformen wie Fiverr, Upwork, und co. unterstreichen diesen Trend, die Pandemie beschleunigt ihn.
Als Musiker hat man ein Skillset, das in der heutigen Zeit wo Content das um und auf ist, überall gebraucht wird.

Also, nicht lange überlegen! Plan zurechtlegen! Was kann ich anbieten? Wo kann ich es bewerben? Es muss nicht jeder auf Fiverr starten. Es gibt unzählige Möglichkeiten sich eine Fangemeinde aufzubauen, Services zu bewerben und/oder zu verkaufen. Mit der Sicherheit eines Jobs nebenbei und eines finanziellen Puffer, was hat man zu verlieren? Zeit würde ich nicht sagen, man sucht sich ja was aus was einem Spaß und Freude macht. Würde ich zumindest in jedem Fall empfehlen.

Das wars auch schon wieder von mir. Vielen Dank fürs lesen oder zusehen, falls ihr das Video oben bevorzugt und ich melde mich bald wieder mit einem Update aus meinem Musikerleben.

Bis zum nächsten Mal! Ciao!

-Thomas

 

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